Arbeitsplätze statt Kriegseinsätze – Armee raus aus den Schulen!

Flyer den Schüler des Escher "Jongelycée" zusammen mit Mitgliedern der Jonk Lénk anlässlich der Propagandashow der Luxemburger Armee in dieser Schule verteilten

Heute ist die Armee zu „Besuch“ in eurer Schule. Dabei geht es darum junge Menschen für die Armee zu ködern indem der Militärdienst wie ein verlängerter Abenteuerurlaub dargestellt wird. Wer sich jedoch verpflichtet Soldat zu werden muss heute auch an Auslandseinsätzen – wie etwa in Afghanistan – teilnehmen und riskiert dort als „Kanonenfutter“ getötet oder verletzt zu werden. Drill und Kriegsführung ist das A und O der Armee. Wer sich verpflichtet Soldat zu werden wird vielleicht später auf andere Menschen schießen müssen und riskiert sein eigenes Leben.

Konsequent gegen Krieg - eine friedliche Welt ist möglich!

In der Welt werden viele Kriege geführt - und Luxemburg mischt im Rahmen des NATO-Bündnisses mit.“Ungehinderter Warenaustausch“ und die “Rohstoffzufuhr“ für den europäischen Markt sollen militärisch gesichert und „Migrationsbewegungen“ aufgehalten werden. Stattdessen werden Kriege unter dem Deckmantel der Verteidigung von Menschenrechten und dem Kampf gegen den Terror begründet.

Ein Abzug aller luxemburger Truppen, die außerhalb Luxemburgs stationiert sind, die Schließung der NATO-Militärbasis in Capellen, die Verweigerung von Überflugrechten für das Militär anderer Staaten, sowie die Ablehnung von Militäreinsätzen der Armee und der NATO sind erste notwendige Schritte hin zu einer friedlichen Welt. Daraufhin muss die Abschaffung der Armee und deren Umwandlung in eine Art „Protection civile internationale“ folgen. Darüber hinaus fordern wir die militärische Abrüstung Europas und setzen uns für den Austritt Luxemburgs aus der NATO und anderen Militärbündnissen sowie für deren Auflösung ein.

JONK LENK ist ein antimilitaristischer Verband. Wir sagen: Frieden lässt sich nicht mit Waffen schaffen! Wir sagen: es ist verlogen, einerseits Waffen in alle Welt zu exportieren, kriegerische Bündnisses zu unterstützen, um dann als so genannte Friedensstifter ganze Regionen und Länder zu besetzen. Wir streiten für die radikale Abrüstung in allen Ländern. Unser Ziel ist eine vollständig entmilitarisierte Gesellschaft.

Friedenspolitik bedeutet für uns mehr als die Ablehnung von Kriegseinsätzen: Eine friedliche Welt wird dauerhaft nur möglich sein, wenn die Ursachen von Krieg und Gewalt überwunden werden. Daher kämpfen wir dafür, dass die soziale Ungleichheit überwunden wird und der imperialen Neuaufteilung der Welt eine soziale und demokratische Perspektive entgegengesetzt wird. Anstatt für Krieg und Aufrüstung sollen die finanziellen Mittel wesentlich stärker als bisher für die Überwindung unwürdiger und ausbeuterischer Lebensbedingungen eingesetzt werden.

Eine friedliche Welt ist nötig und möglich!

Interview mit Menschenrechtspreisträgerin Malalai Joya über die Situation in ihrer Heimat Afghanistan
Sehen Sie eine Chance für die Befriedung Afghanistans?
Solange die Warlords an der Macht sind, wird es keinen Frieden in Afghanistan geben. Wir leben in einem besetzten Land und die einzige Hoffnung ist eine demokratische Bewegung in Afghanistan. Dafür brauchen wir Unterstützung aus aller Welt. Wohl gemerkt, ich spreche von Unterstützung, nicht von der Besatzung, die alles nur noch schlimmer gemacht hat. Heute stehen immer mehr Menschen gegen die Regierung auf, weil sie eben nicht demokratisch ist und das Land nicht im Sinne der Bevölkerung regiert. Es gibt Demonstrationen, so zum Beispiel für mehr Sicherheit.
Welche Rollen spielen der Drogenhandel und die Korruption in Afghanistan? Sind sie mitverantwortlich für die verheerende Situation des Landes?

Korruption und Terrorismus sind Zwillingsbrüder und Feinde der Demokratie. Es gibt mafiöse Strukturen in Afghanistan und solange diese fundamentalistischen Warlords an der Macht sind, habe ich keine Hoffnung, dass es ein Ende von Terrorismus und Korruption geben wird.
Die USA haben sich gerühmt, den afghanischen Frauen die Freiheit zu bringen. Ist sie bei den Frauen mittlerweile angekommen?

Die Lage der Frauen und ihrer Kinder ist verheerend. In der Kunduz Provinz hat eine Frau ihr Kind für zehn US-Dollar verkauft, in einer anderen Provinz waren es 1200 Afghani, umgerechnet 24 US-Dollar, die für ein Kind verlangt wurden. Frauen, die so arm und hilflos sind, dass sie ihre Kinder verkaufen – wo gibt es das? 90 Prozent der Afghanen sind arm, auch wenn die Regierung das abstreitet.
Hier wird darüber debattiert, mehr Truppen nach Afghanistan zu schicken. Was halten Sie davon?
Wir wollen keine Besatzung, sondern eine Befreiung und Demokratie. Die bekommt man nicht geschenkt und die bringt man auch nicht mit der Waffe in der Hand. Wir brauchen Hilfe, wir brauchen Unterstützung, doch die Befreiung in Afghanistan hat viel mehr unschuldige Menschen das Leben gekostet als der 11. September in den USA.
http://de.wikipedia.org/wiki/Malalai_Joya

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